Nicht nur die Ratte erwischt der Wein, der aus dem Himmel fällt - auch die junge Bibliothekarin, die gerade über den Hof gelaufen war, allerdings tief in Gedanken versunken, bekommt noch einen guten Teil ab. Mit einem Schrei sieht sie auf, und so entgeht ihr der dunkle Schatten der hinter dem Brunnen verschwindet völlig.
Dann verschwindet sie, so gut es geht türenschlagend, im Turm, und kurz darauf ertönt auch ihre Stimme von oben aus dem Raum.
*einige Zeit Später*
Wieselflink huschen die schwarzen, banagierten Pfoten über die Apperaturen des Alchemielabors. Der süßliche Duft gefährlicher Tinkturen und das blubbern und tropfen der leuchtenden und dampfenden Flüssigkeiten liegt in der Luft. Die auf eine abstrakte und unwirkliche Art, asiatisch anmutende Riesenratte wirbelt behände in ihrem Strohut durch den staubigen und beengten Kelleraum und mutet fast fröhlich an in ihrem Tanze. Hin und wieder fliegt ein Blick in Richtung der angelehnten Tür und die Gestalt verharrt bewegungslos mit den Phiolen in der Hand. Dann peitscht der Skorpionschwanz unter dem Umhang kurz umher und das Treiben wird fortgesetzt.
"soo noch schnell-schnell das Pulver einfüllen, jaja!".
murmelt Shade-Shape und lässt die weissen Körner durch einen Trichter in das innere seiner drei Bomben rieseln. Dann setzt er die Lunte ein und schraubt die Fassungen zu. Instinktiv, fast mechanisch hängt er die drei schwarzen Kugeln an seinen Gürtel, die mit dem Totenkopf darauf ganz nach Unten. Vorsichtig zieht er einen Dolch nach dem anderen aus der Schale mit der grünlich blubbernden Flüssigkeit und steckt die öligen Klingen in ihre vorgesehenen Plätze. Nachdem auch die Shuriken verstaut sind, sieht er nachdenklich den sprühenden Funken seiner Kampfklauen zu, die wie ein Meteoritenschauer zu Boden regnen während er sie aneinander entlang gleiten sieht. Er schnippt einmal kurz gegen seinen Strohhut, woraufhin dieser in seinen Rücken rutscht.
Er überprüft den Sitzt seiner schwarzen Kaputze und zieht anschließend das Mundtuch über seine Schnauze bis nur noch der seine mandelförmigen, schwarzen Augen zu sehen sind über die auf der rechten Gesichtshälfte von einer Senkrecht stehenden Narbe umsäumt sind.
Der schwarze Skaven springt durch das offene Kellerfenster nach draussen in den Innenhof der Burg und lässt mit Hilfe seines Skorpionschwanzes das Fenster zu fallen.
*Eine Weile später*
Mit einem Klacken fällt das Fenster nach unten hin zu und Shade-Shape sieht sich Schwanzwedelnd in seiner Behausung um.
Alles ist beim alten.
Die phiolen und Aperraturen des Alchemielabors schimmern nass in der Dunkelheit. Hoch oben auf dem Schrank lucken die Strohsäcke hervor die ihm als Nest dienen.
Der schwarze Skaven lässt sich auf einen Hocker fallen und schiebt seinen Strohhut in den Nacken. Vor seiner schwarzen Samurairüstung faltet der die Klauenbesetzten Pfoten und beginnt vor sich hin zu grübeln.
Den abtrünnigen Diplomaten Nicodemus hat er bisher nicht aufspüren können und zu seinem Clan ist der Kontakt verloren. Zu lange geht nun schon seine einsame Mission im Auftrag seines Lords.
Auch sinnt er über die Ungereimtheiten in seiner Vergangenheit nach und streicht sich Gedankenverloren über die Narbe die sein rechtes Auge umrahmt.
Abundan peitscht der schwarze Skorpionschwanz unter seinem zerschlissenen schwarzen Umhang auf den Boden. Doch der asiatisch anmutende Assassine verharrt regungslos in Meditation.
*eine weile später*
Als ob langeweile ihn vom Hocker aufspringen ließe, wuselt Shade-Shape zum Fenster nach draussen in den Hof auf entdeckungstour. Den Stock der das Fenster offen hält klemmt er wieder unter den Rahmen
Nach langer Zeit betritt Elrox wieder die Kellerräume, um die Weinfässer zu kontrollieren. Müde und eher flüchtig wirft er einen Blick in die einzelnen Räume. In der Alchemieküche bleibt er nachdenklich stehen, irgendetwas ist nicht ganz richtig hier...
Einige phiolen liegen andernorts als üblich. Die Menge der vorhandenen Zutaten und Komponenten hat sich ein klein wenig reduziert und einige Behälter scheinen wieder aufgefüllt worden zu sein.
Es findet sich auch kaum Staub auf dem Brautisch, wenn man mit dem Finger nachdenklich herrüber streicht.
Auf dem Schrank liegen einige plattgedrückte Juttesäcke, angeordnet wie eine Art Nest.
------ Eine Weile Später --------
Shade-Shape sieht sich in seiner Behausung um.
Nachdem er im Krater Rachaelistans die Ausbildung der Milizen und Schattenläufer beaufsichtigt hatte und anschließend in den Rachaelistanischen Krieg an der Seite Fürst Helios ziehen musste um diesem beratend zur Seite zu stehen, war einige Zeit vergangen.
Nun stand erneut ein Auftrag an.
Instinktiv sammelte der schwarze Skaven die Ausrüstungsgegenstände zusammen die er für seine Reise benötigen würde.
"Wir werden sehen wie sich meine Schüler machen!", zischte er leise vor sich hin.
Nachdem er die unzähligen Phiolen und Klingen verstaut hatte nahm er sich noch etwas Proviant aus der Speisekammer im Nebenraum.
Dann verschwindet er durch das Kellerfenster in den Innenhof der Burg.
Es scheint ewigkeiten her zu seien, als Elrox zu Marandeus gekommen ist und ihn gebeten hat sich der seltsamen vorkomnisse im Keller anzunehmen. Aus lauter langeweile begibt sich Marandeus nun wirklich in die Kelleretagen hinab. Dies hat er schon lange nicht mehr getan, seid er einen Zauber entwickelt hat mit dem er die Weinflaschen aus Elrox Weinkeller komfortabler entweden kann. Etwas verschlafen und wenig begeistert geht er die Stufen hinab, blickt mal nach links... mal nach rechts... mal in den einen Raum und mal in den andern. Kirwalda die Kröte, sein treuer Gefährte, sitzt dabei ruhig auf seiner Schulter.
Irgendwann kommt Marandeus auf in dem Alchemieraum an, er sieht sich ein wenig um, nicht etwa weil er etwas auffälliges findet. Sondern eher um sich eventuelle Komponenten anzueignen.
Entspannt läßt sich Marandeus auf einen Hocker nieder und untersucht Interessiert die verschiedenen Fläschen und Töpfchen. Kirwalda klettert von seiner Schulter und watschelt behände durch den raum... Kurze zeit später ist sie nicht mehr zu sehen.
Marandeus macht sich jedoch keine Sorgen, da Kirwalda nicht nur irgendweine Kröte ist, sie ist sein gefährte, ein Lebewesen mit einer sehr ausgeprägten Intelligenz.
"Hmmm, komisches zeug steht hier rum" bemerkt Marandeus leise. "Was ist das denn" ungläubig schaut Marandeus auf ein kleines Bleikistchen, welches er in einer Schublade findet. "Ramosch dieser Wahnsinnige" mehr überrascht als wirklich sauer blickt Marandeus auf die kleinen schwach leuchtenden Steine in der Bleikiste. Ganz eindeutig handelt es sich bei den Steinen um Warpstein. Marandeus hatte sie oft genug gesehen und auch in der hand gehabt.
"Na wenn das mal keine Ratten anlockt" sagt Marandeus im Spaß zu sich selbst. Er steht auf und sieht sich noch einmal um. "Kirwalda, kommst du" ruft Marandeus in die dunklen ecken des raumes hinein.
Kirwalda blickt auf und erhebt sich aus dem Nest welches sie gefunden hat und hüpft zurück und auf die Schulter ihres Meisters. Gemeinsam verlassen die beiden die Kellerräume. "Ich werde Elrox morgen bescheid geben das hier alles in ordnung ist" sagt Marandeus leise zu seinem Gefährten....
"Es ist dunkel, feucht und schmutzig hier untern!" stellt Elrox unzufrieden fest. Eine Tonne mit Fackeln dient anscheinend mehr als Regentonne, der Inhalt ist in jedem Fall unbrauchbar.
"Und überall Haare, hier sind anscheinend Ratten unterwegs... Nichts ist in Ordnung! Der Kerl hat keinen Blick für das wesentliche." Elrox nimmt beim verlassen des Kellers noch eine Wurst mit und kaut nachdenklich drauf rum.