Die angenehm kühlen Kellergewölbe, ursprünglich als Kerker und Waffenkammer geplant, wurden nach einer nervenaufreibenden Diskussion über die Vorzüge und Nachteile von Dunkelheit und tiefen Temperaturen für Nahrung und Bier praktisch komplett von Elrox in Beschlag genommen.
Zwei Kammern sind als Speisekammern vorgesehen, hier lagern Vorräte, die etwa für einen Monat einer Belagerung ausreichen würden. Ein weiterer Raum ist mit mehreren Fässern vollgestellt, in denen Met, Bier und teilweise zerstampfte Früchte gären.
Eine etwas kleinere Kammer, für die nur Elrox einen Schlüssel besitzt, so glaubt er zumindest, ist durch eine dicke Tür gesichert. Diese Kammer beherbergt eine ansehnliche Sammlung diverser Destillate und Liköre.
Direkt über der Gärkammer befindet sich das Back- und Sudhaus, in dem neben frischen Broten auch das Bier gebraut wird. Direkt daneben liegt die Alchemistenkammer, deren Destille desöfteren von Elrox zweckentfremdet wird und die häufig als Zankapfel fungiert, da hier rein sensorische Ansprüche den alchemistischen Zwecken entgegenstehen...
Unklarheit besteht nachwievor bezüglich der Waffenkammer, die laut Elrox nicht in feuchte Keller gehöre sondern am besten in die oberen Stockwerke, was genug Platz für einen weiteren Lagerraum bieten würde, was wiederum dem Waffenmeister nicht zusagt, der selbige an einem gesicherten Ort in der Tiefe und vor allem nicht neben seinem Gemach wünscht.
Aus dem Schloss der linken, der beiden Speisekammern ragt ein kleines stück Metall hervor. Auch scheinen die Vorräte in der Kammer ein klein wenig dezimiert worden sein, oder haben die ordensbrüder in letzter Zeit vielleicht mehr gegessen? Vielleicht ist auch nur wieder ein Gast zu Besuch. Tirion oder Rick. Oder handelt es sich doch um eine Rattenplage?
"quiek!"
Elrox ist sich nicht ganz sicher aber es scheint als ob noch eine weitere Person des Nachts in der alchemiekammer zugange ist.
Dennoch ist festzustellen das nichts festzustellen ist. Wer immer sich hier herumtreibt, wenn sich denn jemand hier rumtreibt, hinterlässt alle Gerätschaften in bestem Zustand.
Der Vollmond wirft einen dünnen Strahl durch das geöffnete Kellerfenster und verleiht den Gerätschaften in Elrox Alchemiestube eine unheimliche Aura.
Die Tür zum Flur steht leicht offen, nur eine Kiste Phiolen hindert das schwere Eichenholz daran nach innen in den Raum zu schwingen. Draussen im Flur herrscht totenstillen, ganz im Gegensatz zu dem Treiben innerhalb der gläsernen Gerätschaften und schweren Tische.
Eine menschengroße ratte in einem zerschlissenen schwarzen Mantel hantiert emsig mit dampfenden und rauchenden Fläschchen und reagenzgläsern. Anmutig, hypnotiesierend leichtfertig scheinen seine bewegungen als wären sie Jahruhunderte lang trainiert worden bis dieses Handwerk zu einem tierischen Instinkt wurde.
Stunde um Stunde vergehen während Trank auf Gebräu folgend in kleinen Flaschen und geschwärzten Bambusrollen verstaut und in den schattenhaften Mantel wandert.
Das Ende des dunklen Skorpionschwanzes schimmert Violett im einklang mit den neonfarbenen Chemikalien und Tinkturen die neben der dunklen Gestalt fast ironisch, farbenfroh wirken.
Immer wieder wendet sich der Rattenkopf in Richtung der Tür und dann zum geöffneten Fenster, Trotz der Gelassenheit in seinen fließenden Bewegungen, wirkt die Kreatur nervös oder stetig planend.
Plötzlich findet der Hall eines Geräusches den Weg durch den Türspalt an das Ohr des Schatten-Skavens und er hebt den Kopf und bläkt die Zähne. Wieselflink eilt er zur Tür und hebt die Kiste an ihren ursprünglichen Platz. Ein kurzer prüfender Blick über die Apperaturen zeigt ihm das kaum Spuren vorhanden sind.
Keine Zeit die letzte Phiole zu Waschen... also wird sie unter einem Juttesack in der Ecke verborgen.
Fakelschein nähert sich der Tür und Shade-Shape flieht zum Fentser hinaus. Sein Stachel entfernt den Stützpflock und das Fenster fällt ins Schloss.
Um die Ecke kommt einer der Küchenjungen, einen schweren Jutesack mit Kartoffeln hinter sich herziehend. Wieso immer er? Es gab andere die Kartoffeln holen könnten, aber immer musste er in die feuchtkalten Kellergewölbe der Burg hinabsteigen. Nicht nur das es hier unheimlich war, nein es gab auch noch allerlei Getier und wer weiss welch finstere Gestalten und Geheimnisse hier lauerten. Ein kurzer Schauer lief ihm über den Rücken. Insgeheim mochte er die Ausflüge in die Gewölbe, sich einmal vorstellen er wäre ein Held, der mit dem Schwert in der Hand Unholde verjagte. Halb im Traum schwang er die Fackel als wäre Sie ein Schwert, und nur die Hitze der Flamme, welche Ihm beinahe sein Haupthaar absengte erinnerte Ihn wieder daran wer und wo er war. Er trat einen Kiesel beiseite und setzte seinen Weg Richtung Küche mißmutig fort. Die halboffene Tür nahm er garnicht wahr, und war sich nie bewußt, wie nah an einem Abenteuer er wirklich war, als er sich entfernte, und die Räume wieder dunkel und ruhig zurückließ.
Eine große Flasche mit der Aufschrift "Trisdestillat spiritus purum" scheint sich des Nachts selbst zu entleeren. Elrox verdächtigt die Wachen, diese wiederum beschuldigen den Küchenjungen, der behauptet, es seien Ratten, was natürlich kompletter Unsinn sei, so Elrox. Marandeus wurde von Elrox beauftragt, sich der Sache anzunehmen...
Leise wird der Stock unter das waagerecht, aufgeklappte Fenster geschoben; Ein Fluchtweg für den Fall der Fälle.
Der dunkle Rattenmensch, der als Shade-Shape bezeichnet wird, sieht sich in seiner gewohnten Umgebung, berechnend und abschätzend um. Die Braukammer sieht aus wie immer, hier und da wurde vor kurzem etwas benutzt und verschoben aber es ist die gewohnte Umgebung.
Der Skaven überfliegt kurz mit einem raschen Blick die Komponentengläser und Säckchen, zählt die Vorräte und wägt die vorhandenden Möglichkeiten ab. Ein genaues Ziel hat er diesmal aber nicht.
Auf dem großen Schrank in der dunklen Ecke liegen immernoch die zwei alten hafersäcke die ihm als Nest dienten. Wie lange war er jetzt schon nicht hier gewesen?
Ein halbes Jahr vielleicht. Hatte er die Hallen der Todesgöttin vermisst? Er weiss es nicht!
Nachdenklich streicht er über die Piolen und Reagenzgläser, während er auf die Schwere Eichentür zum Kellerflur hinschleicht. Draussen ist es Still.
Ein kurzer Blick durch das Schlüsselloch zeigt das draussen kein Licht brennt. Die Luft ist zwar staubig, aber "rein"!
Wieselflink werkelt der Assassine mit seinem Werkzeug im Schlüsselloch herum und kurz darauf folgt auf das Klacken im Schloss, das rostige knarzen der aufschwingenden Tür.
Mit triumphierendem Schwanzwedeln schlendert er durch den Flur und überfliegt die Aufschriften der anderen Türen.
Was wird er wohl interressantes hinter den anderen Türen finden.
"hmm... Back- und Sudhaus,... Zu.. der Waffenkammer...", Shade-Shape ließt nacheinander alle Türbezeichnungen und Wegweiser die zu dem tiefer gelegenen Räumen weisen. "... Speisekammer,.. noch eine Speisekammer.. hmm... noch eine, achnee... Privat.... Vorrats- ne.. auch eine Speisekammer. Hungrig und verfressen diese Menschen. Tss tss tss!"
Schwanzwedelnd tapert der schwarze Rattenmensch die Wendeltreppe herab in die untere Etage des Kelergewölbes. Shade-Shape schaut sich weiter um. Die Tür auf der "Privat" steht, scheint desöfteren geöffnet worden zu sein. Zumindest lässt der fehlende Staub und Rost im Schlüsselloch darauf schliessen. Aus dem Schlüsselloch duftet es nach Weinen und Likören, feinste Destilate. Seltsamer Weise sind aber keine Fettabdrücke von Händen auf der Türklinke. Wer immer diese Tür öffnet scheint seine Spuren zu verwischen. Seltsam, Selbsam, denkt sich der Skaven!
Viel ist hier unten nicht los! Langweilt sich die Ratte? Schwer zu sagen. Ein Achselzucken später trippelt er wieder nach oben und inspiziert die Tür der Waffenkammer!
Ein schwarzer Kater stolziert an der Ratte vorbei. Streift an ihren Beinen entlang und verschwindet in einer kleinen Öffnung, die offensichtlich nach draußen führt.
Ansonsten machen die meisten Räume einen eher unbenutzen Eindruck. Selbst die Vorratskammern scheinen lange Zeit nicht mehr geöffnet worden zu sein.
Trotz mangelnder Langeweile, schleicht Shade-Shape der Katze hinterher nach draussen und überquert von Schatten zu schatten huschend, den Hof!
Im tiefen Schatten des großen Turmes hockend sieht sich die Ratte um. Oben am Fenster hat er eine Person identifiziert und beobachtet diese nun. Plötzlich dringen Stimmen aus dem Fenster des großen Turmes; Es wurde geöffnet. Neugierig streckt Shade-Shape die Schnauze in die Höhe um zu lauschen, doch plötzlich regnet es Blut, welches nach Rotwein duftet und Der Assassine ist von oben bis unten Nass. Er zuckt zusammen. Nicht vor Angst nur vor Überaschung. Wieselflink huscht er hinter den Brunnen, schüttelt sich, putzt sich die Nase und verharrt dort.