Lydra-Forum

Normale Version: Neuigkeiten von der Front - eine Nachricht von Themios
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4 5 6
Im schnellen Galopp nähert sich ein Reiter der Ordensburg. Vor den Wachen am Eingang zügelt er sein Pferd. Tier und Reiter sehen gleichermaßen erschöpft aus, Staub liegt schwer auf der Kleidung und ein ungepflegter Bart umrahmt das Gesicht.

"Ich bringe Botschaft von der Front. Ein Brief von Themios, ich soll ihn Ilen persönlich übergeben. Finde ich sie hier? Falls ja, holt sie bitte."
Die Wache schaut kurz auf, nickt dem Mann zu und einer der Wächter eilt los um nach Ilen zu suchen.
Kurz nachdem die Wache dem Boten bedeutet hat, im Innenhof der Burg auf die Empfängerin der Nachricht zu warten, tritt Ilen aus einem der Seitengebäude.
Sie mustert den Boten, versucht festzustellen ob ihr das Gesicht bekannt vorkommt, und nickt dem Mann dann begrüßend zu. "Seid willkommen bei den Custodes Fortunae. Ich höre ihr bringt eine Botschaft für mich?"
Der Bote neigt knapp den Kopf um Ilen zu begrüßen.

Verzeiht meinen Aufzug, aber ich bin seit einigen Tagen auf den Straßen unterwegs. Mein Name ist Tahir und ich bringe euch eine Botschaft vom Feldzug gegen das Dunkle Reich. Sie stammt von Themios.

Er greift in seine Tasche und zieht einen zerknitterten Brief hervor. Er ist zwar mit Siegelwachs verschlossen, jedoch wurde das darauf zu sehende T nachträglich mit einem Messer in den erkalteten Wachs geritzt.

Er sagte, ich soll ihn nur in eure Hände geben, da ihr am besten wüsstest, was zu tun ist.

Der Bote stockt kurz und fragt dann ein wenig verlegen
Während ihr ihn lest, könnte ich mich irgendwo waschen und etwas zu essen bekommen?
Äußerlich gelassen nimmt Ilen den Brief entgegen, auch wenn sie etwas verwundert auf das improvisierte Siegel schaut. Als sie den Boten wieder anblickt, huscht ein Anflug von Verlegenheit über ihr Gesicht.
"Ich muss Euch um Verzeihung bitten, Tahir, meine Gastfreundschaft lässt zu wünschen übrig. Bitte, wenn Ihr über den Hof und dort hinten zu der etwas breiteren Tür geht, gelangt ihr direkt zur Küche. Dort wird man euch versorgen - sagt einfach dass ich euch geschickt habe." Nach einem kurzen Moment fügt sie hinzu "Und ich danke euch, dass ihr den Weg auf euch genommen habt." Mit einem sehr kurzen Lächeln und einem weiteren Nicken verabschiedet sie sich von ihm, und geht zurück in den Gebäudeteil, aus dem sie zuvor gekommen war.


Jedoch kehrt sie nicht sofort in die Kräuterstube zurück. An der nächsten flackernden Lampe im Flur hält sie inne, und betrachtet den Brief in ihren Händen, abwägend. Dann bricht sie das Siegel, und öffnet ihn.

Es ist ein langer Brief, länger als Ilen erwartet hat, und eng geschrieben. Immer wieder hebt sie das Blatt näher an die Lampe, um ganz genau zu lesen, sich nichts entgehen zu lassen.

Als sie am Ende angelangt ist, lässt sie die Hand mit dem Brief sinken, und sackt mit dem Rücken an die Mauer, immer tiefer, bis sie schließlich auf dem Boden kauert. Ihr Blick geht ins Leere, durch die kahlen Steinmauern hindurch...
Als die Kälte der Steinmauern schließlich ihren ganzen Körper durchdrungen hat, rappelt sie sich auf. Leicht zitternd, die Hand jedoch fest um den Brief geschlossen, geht sie zurück in die Kräuterstube.
Der Bote verlässt sichtlich gesättigt und erfrischt die Küche und schaut sich suchend auf dem Burghof um. Schließlich nähert er sich einer der Wachen.


Verzeiht, bitte richtet Ilen aus, dass ich eure Gastfreundschaft nur noch zwei Nächte in Anspruch nehmen werde, danach muss ich wieder aufbrechen. Falls ich gegebenenfalls Nachrichten mit zur Front nehmen soll, habt ihr bis dahin Zeit.
Die Morgendämmerung hat kaum eingesetzt, als der Bote sein Pferd sattelt und die Burg verlässt. In einiger Entfernung stoppt er das Tier, wendet seinen Blick nachdenklich ein letztes Mal in Richtung der Festung und murmelt einige Worte vor sich hin.


Es ist also soweit, die Hunde des Krieges sind losgelassen. Aber er wird rechtzeitig erhalten, was ihr mir mitgabt.

Gedankenverloren streift seine Hand über die Satteltasche.
Jeder der einen Kreuzzug unternimmt, neigt dazu, wahnsinnig zu werden. Möge Astarte uns gnädig sein, damit uns dieses Schicksal erspart bleibt und wir, so sie gewillt ist, heil in unsere Heimat zurückkehren.

Er wendet seinen Blick wieder auf die Straße und zieht den Umhang gegen den einsetzenden Frost enger. Langsam setzt er sein Pferd in Bewegung und summt leise eine Melodie. Schließlich fängt er laut an zu singen.


hey hey hey ho
Truppen rückt voran
wir stehen im Kampf bis zum letzten Mann
hey hey hey ho
reisst die Waffen raus
akronische Stärke des Gegners graus....


Das Lied verliert sich in der Ferne, als er immer zügiger davonreitet. In Richtung des Dunklen Reiches.
3 Wochen später

Gerüchte verbreiten sich im Land. Die TorogNai soll eine gewaltige Niederlage erlitten haben. Die ersten Heimkehrer, meist Verwundete, berichten, dass die Heere der Mittellandreiche an drei Stellen den schwarzen Limes durchbrochen haben und tief in das Landesinnere vorgestossen sind.

Die Ordensburg in Akron erreichen Gerüchte, wonach Padre Hagen gefallen sein soll. Man munkelt, er starb als Held, als Legende. Die Namen weiterer Gefallener sind nicht bekannt, nur dass es unter den Akronern weitere Verluste gab.
weitere 5 Wochen später

Der Winter kündigt sich mit eisig beissendem Wind und dichtem Schneeregen an. Die Wachen vor dem Tor laufen auf und ab, um die Kälte aus den Gliedern zu vertreiben oder suchen Schutz und Wärme unter einer kleinen Überdachung mit einem Feuerkorb.

"Verdammter Regen" flucht einer von jenen, die am Feuerkorb stehen. "Wenns nur kalt wäre, damit könne ich ja leben, aber diese Feuchtigkeit, die sich durch jede Faser der Kleidung frisst. Wir holen uns noch den Tod hier draussen." Sein Kamerad scheint die Flucherei schon gewohnt zu sein und lässt statt einer Antwort seinen Blick gelangweilt über die Umgebung wandern. Er runzelt die Stirn und fixiert seinen Blick auf die Straße.
"Aber die hohen Herren lassen es sich ja... Uff" Der erste wird in der Fortsetzung seiner Litanei jäh unterbrochen, als der Ellbogen seines Kameraden in seiner Seite landet.
"Hey, hör mal auf zu meckern und schau auf die Straße."

Durch den Schneeregen nähern sich in der Morgendämmerung zwei Gestalten der Burg. Die eine eher klein und mit festem Schritt, die andere groß gewachsen, humpelnd und ein Pferd hinter sich herführend.

"Keine Ahnung, wer die sind, sehen auch nicht gefährlich aus, aber bei den Gerüchten, die momentan umgehen und was vor ein paar Wochen im Nachbardorf passiert ist, sollten wir lieber vorsichtig sein". Beide Wachen pfeifen ihre anderen Kameraden zusammen, greifen nach ihren an die Mauer gelehnten Hellebarden und nehmen Aufstellung vor dem Tor.

Beide Wanderer haben als Schutz vor dem Wetter Tücher vor den Mündern und Kapuzen tief in die Gesichter gezogen. Der Kleinere hat einen Umhang aus feinstem Stoff um die Schultern gelegt und trägt seine behaarten Füße trotz des Wetters offen zur Schau. Der Größere hat einen halb zerfetzten Filzmantel eng um seinen Körper geschlungen, den er mit einer Hand über dem Oberkörper zusammenhält, um den Wind abzuhalten. Auf dem Rücken des abgemergelten Pferdes sind ein Schild, eine Vielzahl von Waffen und mehrere Taschen befestigt.

Als sie schließlich das Tor erreichen und stehen bleiben, tritt der Kleinere vor, schlägt elegant seine Kapuze zurück und gibt damit den Blick auf seine spitzen Ohren sowie den Lockenschopf frei. Schließlich nimmt er das Tuch vom Mund und lächelt die Wachen an.

"Wären die Herren so freundlich uns einzulassen und nach Angrak und Ilen zu schicken. Sagt ihnen, dass Seregreis und ein gemeinsamer Freund angekommen sind. Ach ja, und bereitet für unseren Freund hier ein frisches Bett, ein Bad sowie Wasser für Tee vor."

Etwas irritiert angesichts der Aufforderung durch den Halbling mustern die Wachen nun die größere Gestalt. Der Mann schwankt und kann sich offensichtlich kaum auf den Beinen halten. Hustenanfälle lassen ihn immer wieder zusammensinken und sein Blick ist glasig und starrt scheinbar ins Leere. Die Hand, die bisher den Umhang zusammengehalten hat, fällt schlaff zur Seite. Unter dem nun offenen Mantel wird eine zerissene und notdürftig geflickte Lederrüstung sichtbar. Am Gürtel ist ein schwarz-weisser verdreckter Stofffetzen mit einem Elfkreuz befestigt.

"Nun aber bei Seite junger Mann! Bei Lydra, wollt ihr dass der Kerl hier vor den Mauern zusammenbricht und verhungert, während ihr uns begafft?" Energisch wirft der Halbling einen Teil seinens Umhangs zur Seite und gibt so den Blick auf das Lydrasymbol frei, welches an seinem Gürtel hängt.

"Äh, ja, natürlich. Verzeiht." Peinlich berührt reissen sich die Wachen zusammen, einer hämmert gegen das Tor. "Öffnen!"

Zwei Wachen laufen sofort los um die Botengänge zu erledigen, während eine dritte den beiden Neuankömmlingen den Weg weist. Seregreis greift stützend den Arm des Großen. "Ihr habt es gleich geschafft mein Freund, nur noch ein paar Meter. Haltet noch etwas durch." flüstert er aufmunternd. So führt er den hustenden Mann und das Pferd in den Burghof.
Seiten: 1 2 3 4 5 6
Referenz-URLs